CLIL-LOTE-START

 

Content and Language Integrated Learning through Languages Other Than English – Getting Started!

 

Der Einstieg

Das Projekt

Der Bildungsansatz des integrierten Sprachen- und Fachlernens (Content and Language Integrated Learning, CLIL) ist in Europa inzwischen auch außerhalb der engeren ExpertInnenkreise bekannt geworden. Beispiele für die praktische Organisation, Umsetzung und Weiterentwicklung des CLIL liegen uns jedoch nach wie vor meistens nur aus englischsprachigen Kontexten vor.

Dabei stellt gerade die Förderung anderer Sprachen als Englisch (Languages Other Than English, LOTE) in der schulisch-institutionellen Sprachenbildung ein hochaktuelles Anliegen sowie ein wichtiges Ziel der gesamteuropäischen Sprachenbildungspolitik dar. Zudem sind im Bildungsstandort Europa neben wertvollem Theoriewissen und langjährigen Praxiserfahrungen auch reichlich Ideen, Motivation und Netzwerke für weitere Entwicklungsarbeit zum CLIL-Ansatz vorhanden – gerade auch in anderen Zielsprachen als Englisch. Aus diesen Bedürfnissen und Potentialen heraus ist auch die Idee für das Projekt CLIL-LOTE entstanden und erwachsen: das Vorhandene zu pflegen, zu stärken und weiterzuentwickeln, sowie damit an möglichst vielen Stellen auch einen Neuanfang, einen CLIL-LOTE-START zu ermöglichen.

Die vorliegenden Materialien zum integrierten Sprachen- und Fachlernen in anderen Sprachen als Englisch sind im Rahmen einer Projektkooperation im dritten Arbeitsprogramm des Europäischen Fremdsprachenzentrums (Europarat) entstanden. Die Materialien richten sich an alle, die sich für Sprachenvielfalt und zeitgemäße Formen der Schulbildung, vor allem auch der schulischen Fremdsprachenbildung interessieren, sowie sich über den Ansatz des integrierten Sprachen- und Fachlernens näher informieren wollen. Wir hoffen, dass die im Portal verfügbaren Informationen und Materialien nützlich sind und uns dabei helfen, gemeinsam mehr Bildungseinrichtungen für Formen der fächerübergreifenden Sprachenbildung zu begeistern und diese zu erproben, weiterzuentwickeln, oder sonst zu unterstützen – und dies im Sinne eines Fallbeispiels vor allem in der Ziel- und Arbeitssprache Deutsch.

Ein besonderes Augenmerk gilt im vorliegenden Rahmen dem CLIL-Ansatz als einer Hilfe zur Förderung und Unterstützung der schulisch-institutionellen Sprachenvielfalt: In einer sich rasch globalisierenden Welt wird es immer bedeutender, neben Englisch – und gerade gemeinsam mit Englisch – auch andere Sprachen zu lernen und zu unterrichten. Hierzu eröffnet der Bildungsansatz des CLIL wertvolle Möglichkeiten. Anders als man es vielleicht erwarten mag, hat die fächerübergreifende Verwendung einer anderen Sprache als der (hauptsächlichen) Erstsprache der Lernenden in Bildungskontexten auch in anderen Sprachen als Englisch bereits längere Traditionen. Umso wichtiger erscheint es auch uns hier, die vorhandenen Erfahrungen und Informationen insbesondere mit Interessentinnen und Interessenten zu teilen, die heute noch vor dem Einstieg, vor dem CLIL-LOTE-START, stehen.

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MEHR ERFAHREN

Unterricht

Trotz der inzwischen auch in breiteren Zielgruppen vorhandenen und immer weiter wachsenden Bekannt- und Beliebtheit des CLIL werfen sich heute noch an vielen Stellen Fragen danach auf, was es mit dem CLIL-Unterricht konkret auf sich hat, welche Vorteile davon für den Bildungsprozess insgesamt zu erwarten sind und was eine erfolgreiche Teilnahme am CLIL-Unterricht vor allem bei Lernenden selbst letztendlich voraussetzt.

Mitagierende der Bildungsgestaltung fragen sich auch, wie man ggf. seinen eigenen Fach- oder (Fremd-) Sprachenunterricht in diese Richtung umgestalten und entwickeln kann, wie sich der ”Ersteinstieg” meistern lässt, und welche Schritte für eine sachgerechte Förderung, Unterstützung und Weiterentwicklung des CLIL in der Zukunft vonnöten sein werden.

Der Bereich Unterricht gibt einen Überblick über die grundlegende Natur und einige spezifische Merkmale des integrierten Sprachen- und Fachlernens und dessen praktischer Umsetzung. Anhand konkreter Fallbeispiele aus dem deutschsprachigen CLIL im Primar- und Sekundarbereich lässt sich ein Bild darüber gewinnen, wie die integrierte Vermittlung bzw. der integrierte Erwerb von fachlichen und sprachlichen Kompetenzen in der Praxis aussehen kann, und welche Vorteile und Wirkungen davon bereits in diesen Lernstadien und somit für den gesamten weiteren Bildungs- und Berufsweg erwartet werden können.

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CLIL im Primarbereich

I Einführung

Jeder weiß, für das Fremdsprachenlernen gilt oft: Je früher, umso leichter.  Nutzen wir diese Chance! Gerade im Primarbereich lernen Kinder fremde Wörter mit Freude. Die Kinder entdecken, dass man damit Sachen in einer fremden Sprache benennen kann, und sie fühlen sich dadurch fast schon wie Erwachsene. Leicht können Lehrkräfte Lernbedingungen schaffen, die dies ermöglichen: Mit einem Lied werden die Wörter eingeführt, über Singen, Klatschen, Stampfen mit den Füßen prägt sich die Sprachmelodie ein – in kindgemäßer Form, ohne Stress und mit der Freude des Gelingens. Werden anschließend gar diese Wörter gebraucht, um damit Sinnvolles zu tun, erhalten sie zusätzliche Wichtigkeit.

Wie dies gelingen kann, sollen ein paar Beispiele veranschaulichen:
Ein Lied macht Lust auf Wörter. Hier geht es um Pflanzen und Bäume im Herbst. Der „Herbstwind“ schüttelt die Blätter von den Ästen, sie bewegen sich hin und her. Durch Bewegungen und Rhythmus prägen sich Wörter und Bedeutungen ein. Der Anfang für einen Biologie-Unterricht mit Primarschulkindern ist gemacht. Mehr noch – die „Fachsprache“ wurde mit Entdeckerfreude erschlossen.

Kinder bereiten für ihre Pflege-Pflanzen ein neues Zuhause. Die eigenen Blumentöpfe werden beschriftet, Erde eingefüllt, Pflanzen eingesetzt und die Pflanze gegossen. Mit einer Pflege-Anleitung muss nun noch dafür gesorgt werden, dass die Pflanzen auch dann gut versorgt werden, wenn das Betreuungskind – vielleicht wegen Krankheit – selbst nicht in der Schule sein kann. Auch diese Aufgabe stärkt. Obwohl sie in einer fremden Fachsprache erfolgt, wird sie nicht als Belastung erlebt, sondern als Chance.

Den Höhepunkt bildet am Ende des ersten Schuljahres ein Singspiel mit Tieren und Pflanzen. Jedes Kind hat hier seine Rolle, jedes Kind will mit seinen wichtigen Sätzen dazu beitragen, dass das Stück gelingt. Wenn dann am Ende der Applaus der Eltern zeigt, wie gut das Gelernte aufgenommen wurde, hat sich die Arbeit mit Fach und Sprache ausgezahlt – in der Zielsprache und in kindgerechter Form.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

Ähnliche Schwerpunkte für die ersten Schuljahre können sein …

• Das Klassenzimmer als deutschsprachiger Lebensraum: Klassengarten, Pinnwand, Aushänge mit SchülerInnenaktivitäten, Geburtstagskalender, Übernachtung in der Schule

• Rituale: Gesprächskreis, Datumsansage, Geburtstage feiern, Jahreszeiten erleben

• Wörter lernen mit allen Sinnen: Adjektive mit Nüssen, Verben mit Blättern, Nomen mit Verkleidung, Artikel mit Musik

• Lesen- und Schreibenlernen: mit Lautgebärden, Poster beschriften, Briefe schreiben, das erste deutsche Buch

• Fachsprache mit Musik und Bewegung: Rechenoperationen mit Musik und Bewegung, Tausender-Kette herstellen

CLIL im Sekundarbereich

I Einführung

Im Sekundarbereich werden die Weichen gestellt für Abschlüsse, Studium und Beruf. Untersuchungen zeigen, dass positive Erfahrungen mit Fächern und Lehrkräften starke Auswirkungen auf Studienrichtung und Beruf haben. Wer hier erlebt, wie man ein Fach auch in einer anderen Sprache lernen, kommunizieren und erweitern kann, erwirbt wichtige Kompetenzen für Studium und Beruf in einer Welt, die immer mehr Chancen bietet.

Dazu kann CLIL in der Mittel- und Oberstufe beitragen, indem es …
• SchülerInnen in eine aktive Auseinandersetzung mit Fach und Sprache bringt
• Methoden-Werkzeuge vermittelt, die SchülerInnen bei der Textrezeption und -produktion helfen
• durch Flexibilität und Anpassungsvermögen Studium und berufliche Tätigkeit in einem anderen Sprachraum erleichtert

Ein Beispiel soll zeigen, wie dies gelingen kann:
Werden im Unterricht Versuche durchgeführt, müssen sich SchülerInnen u.a. auch mit Hebelgesetzen vertraut machen – und zwar in der “CLIL-Sprache”. Zu diesem Zweck wollen sie Physikbuch-Texte verstehen, Arbeitsblätter nützen und im Internet recherchieren. So macht der nicht immer so beliebte Physikunterricht echte Freude – bei Jungen UND Mädchen.

Auch komplizierte fremdsprachige Fachbegriffe lassen sich mit Abbildungen leichter einführen. Sie ermöglichen als Bedeutungsinseln Sprachhandeln, hier das Zusammenbauen eines Fußball-Roboters. Besonders reizvoll ist am Ende der Wettkampf mit den Robotern der Mitschüler: Kann mein Produkt bestehen?

Besonders motivierend ist es, wenn man sein Produkt in der Zielsprache erklärt, und die Jury-Mitglieder von dem Produkt sichtlich angetan sind. Ein fahrfähiges Auto, das nur aus Abfallteilen hergestellt wurde und in der Lage ist, ein Kilo Zucker fünf Meter weit und einen Meter hoch zu transportieren: CLIL in seiner höchsten Form. Hier gelten bereits Spielregeln, wie sie später im Berufsleben alltäglich werden: termingerechtes Erstellen eines Produktes, Kommunikation und Anwendung, Teamfähigkeit und Präsentationskompetenz. All dies kann im täglichen CLIL-Unterricht auch im Kleinen aufgebaut und angewendet werden – von Lehrkräften, die dies wollen und befähigt werden, nach CLIL-Prinzipien zu unterrichten.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

• Gehen Sie immer von der Perspektive der Lernenden aus: Was interessiert sie?

• Schaffen Sie Anlässe, Sache und Sprache anzuwenden.

• Am Ende soll ein Produkt mit Sprache und Inhalt stehen, ein Vortrag, ein Film, ein Plakat, ein Interview, eine Mindmap, ein Dialog, ein Quiz, ein Experiment …

• Diese Produkte sollen von anderen (SchülerInnen und Lehrkräfte, Eltern, anderen Klassen…) gesehen, gehört, wahrgenommen werden. 

• Nutzen Sie zielsprachige Fachbücher und -texte. Sie sind nur dann zu schwer, wenn Schüler nicht lernen wie man damit arbeitet.

• Entscheidend in Fachtexten sind Fachbegriffe. Meist sind es Substantive, die als Wegweiser helfen, Satzinhalte zu erschließen.

• Vermitteln Sie in Ihrem Unterricht Strategien zur Textentschlüsselung (Umformungsübungen, Bewusstmachung von Wortableitungen, Vor- u. Nachsilben…).

• Führen Sie in jeder Klasse Ihre drei wichtigsten Lieblingsmethoden ein und erklären Sie den SchülerInnen, warum sie wichtig sind.

• Bewerten Sie bei fachlichen Tests, Klassenarbeiten und mündlichen Noten auch die sprachlichen Leistungen, z. B. durch Sonderpunkte.

• Geben Sie in jeder Stunde die Möglichkeit, dass alle SchülerInnen über die Sache in der Zielsprache aktiv sind. SchülerInnen können z. B. in Partnerarbeit erzählen, was für sie jeweils das Wichtigste in dieser Stunde war und dies auch begründen. Das kostet wenig Zeit, bringt aber viel Gewinn

Lehrerausbildung

I Einführung

I Einführung

Für das Unterrichten von Schulfächern in einer anderen Sprache als der Erstsprache der Lernenden ist eine Reihe von besonderen Qualifikationen erforderlich. Diese lassen sich nur schwer einfach nebenbei aneignen; vielmehr müssen sie gezielt entwickelt und aufgebaut werden. Daher ist es eine wichtige Aufgabe der Universitäten, Studiengänge für CLIL-Lehrerausbildung einzurichten. Um für solche Zusatzstudiengänge ein angemessenes und sinnvolles Curriculum zu konzipieren, muss zuerst die Frage gestellt werden, welche Qualifikationen für CLIL- Lehrkräfte unerlässlich sind.

Zu solchen zählen u.a.:
• lernpsychologische Kenntnisse über Zwei- und Mehrsprachigkeit
• sachfachrelevante Kompetenzen in der Fremdsprache
• Beherrschung eines breiten Repertoires an Methoden für die Vermittlung von Sachfach und Fremdsprache
• die Fähigkeit, fremdsprachliche Unterrichtsmaterialien für das Fach zu beschaffen und zu adaptieren
• Bereitschaft, ein studienbegleitendes Fachpraktikum zu planen und durchzuführen

Eine wichtige Voraussetzung für die CLIL-Lehrerausbildung ist eine gelungene Verzahnung von Theorie und Praxis. Die LehrerstudentInnen sollen ein Praktikum absolvieren, das von Hospitationen in Schulen mit CLIL-Unterricht über Unterrichtsversuche in den Universitätsseminaren bis hin zu selbst erteiltem CLIL-Unterricht bzw. möglicherweise einem Schulpraktikum im Land der Zielsprache reicht.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

• Planen und erstellen Sie ein fundiertes Curriculum für das CLIL-Studium (z.B. Zusatzstudiengang)

• Arbeiten Sie auf der Grundlage einer integrierten bilingualen Sachfachdidaktik; diese bildet eine konzeptuelle Basis für die Gestaltung einer CLIL-Lernumgebung

• Planen und organisieren Sie ein Fachpraktikum und beziehen Sie grundsätzlich und von Anfang an potenzielle Ausbildungsschulen mit ein

• Organisieren Sie Blockpraktika je nach Möglichkeit in Schulen, die bereits über CLIL-Angebote verfügen

• Ermöglichen Sie Projektarbeit, die Studierende und SchülerInnen zusammenführt, und sorgen Sie für eine insgesamt enge und regelmäßige Kooperation zwischen Schule und Universität

Lehrerfortbildung

I Einführung

I Einführung

Wie kann man Lehrkräfte zu erfolgreichem CLIL befähigen?

Wesentlich sind engagierte Fachlehrkräfte. In ihrem Fach fühlen sie sich sicher. Hier kennen sie Fachsprache, Didaktik, Lehrplan. Wenn es durch gezielte Fortbildung gelingt, sie auch zu sprachbewussten „Entwicklungshelfern“ zu machen, können sie später auch ihren SchülerInnen helfen, (fach)sprachliche Strategien zu erwerben, (Lehr- und Lern-) Methoden zu festigen und zu erweitern und die aktive mündliche und schriftliche Kommunikation zu einem Unterrichtsschwerpunkt zu machen. Kurz: Im CLIL sollten Fachlehrende also nicht nur selbst die Unterrichtssprache beherrschen, sondern auch ihre SchülerInnen befähigen, sprachbewusst vorzugehen.

Schwerpunkte für LehrerInnenfortbildung zu CLIL sind deshalb u.a.:
• Spracharbeit, vor allem Texterschließungsmethoden und Wortschatzarbeit
• Integrationswege für Fach- und Sprachunterricht
• Methodentraining für sprachsensiblenFachunterricht und inhaltsbezogene(Fremd-) Sprachenvermittlung

Ein Beispiel soll zeigen, wie dies gelingen kann:
Im CLIL-Begriff steht das C (Content) an erster Stelle, in der CLIL-LehrerInnenfortbildung ist dies der Fachinhalt. Deshalb ist das Fachbuch mit Texten, Bildern und Quellen auch eine zentrale Quelle für die Unterrichtsplanung. Wie können sich SchülerInnen diese Informationen erschließen, welche Methoden brauchen sie dazu, und wie können Lehrkräfte dazu beitragen, die entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten zu erweitern? Fortbildungen bieten hervorragende Möglichkeiten, sich dieser Möglichkeiten bewusst zu werden und sie anschließend im Unterricht auszuprobieren.

„Grau ist alle Theorie“, das wusste schon Goethe. In der Lehrerfortbildung bedeutet dies: Lehrkräfte müssen ausprobieren, was sie ihren SchülerInnen zumuten. Hier legen Mathematiklehrerinnen ein Domino mit Fachbegriffen. So können sie die Wirkung abschätzen, die Zeit planen und den Gewinn für die nachfolgende Auswertung erkennen.

Wenn alles gut bedacht ist, fehlt nur noch die Planung des Unterrichtsverlaufs. Alle Teilnehmer sollen die Ziele der kommenden Stunde erfahren, die geplanten Methoden und die didaktischen Schritte. Gleichzeitig erfolgt beim Formulieren noch einmal eine letzte Prüfung. Auch dies geschieht im Team, denn Teamleistungen sind – meistens – besser als die Summe der Leistungen Einzelner. Erfahren Lehrkräfte dies selbst, sind sie auch leichter bereit, ihren Unterricht für Gruppenaufträge zu öffnen.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

• Lehrefortbildung betrifft Schulen, Eltern und Bildungsbehörden. Erst die Unterstützung aller Bereiche ermöglicht Akzeptanz und Wirkung. Eine intensive Informations- und Kommunikationsphase ist deswegen Grundlage jeder Lehrerfortbildung – durch Tage der offenen Tür, Briefe, Zeitungsartikel, Elternabende und Besuche in Kindergärten und Vorschulen.

Entscheidungsträger z. B. SchulleiterInnen wissen oft überraschend wenig über CLIL, seine Vorzüge und Besonderheiten. Da sie aber entscheiden, ob CLIL an ihren Schulen eingerichtet wird und Lehrkräfte für Lehrerfortbildungen beurlaubt werden, sind sie außerordentlich wichtig. Fangen Sie an sie zu überzeugen, durch Gespräche, Einladungen zu Fortbildungen, gemeinsame Tagungen und Projekte und Unterstützungsangebote.

• Laden Sie zu Tagungen und Fortbildungen erfolgreiche Ehemalige ein, die heute in ihrem Beruf die Fachsprache anwenden. Sie sind überzeugende Beweise, dass es sich lohnt, in CLIL zu investieren.

• Jede Lehrerfortbildung beginnt mit einem Blick auf die Praxis, einem Besuch im Unterricht oder einem Unterrichtsmitschnitt. Erst die Vorstellung, was bei den SchülerInnen ankommen soll, macht den Blick frei für die Bemühungen, diesen Weg schülergerecht zu gehen.

Unterrichtshospitationen ermöglichen Realitätsbezug und Reflexion über Theorie, Praxis und die eigene Vorgehensweise. Damit schützen sie vor zu hohen Erwartungen, besonders nach viel Theorie. Gleichzeitig motiviert es, wenn anschließend Fortbildungsinhalte in eine Unterrichtsplanung eingebaut werden.

• Theorie bewährt sich in der Praxis. Nach der Reflexion der Ziele und Vermittlungswege (Methodik) kommt die Unterrichtsplanung. Wer weiß, dass diese Planung anschließend einen Praxistest bestehen muss, ist mit vollem Engagement beteiligt.

• Planungen in Arbeitsgruppen sind besonders gewinnbringend. Werden die eigenen Gedanken durch gemeinsame Überlegungen überprüft und erweitert, multipliziert sich der Gewinn für alle Beteiligten.

• Entscheidend ist der Unterricht. Hier entscheidet sich, ob Ziele, Methoden, Spracharbeit richtig geplant waren.

• Unterricht braucht Evaluation. Erst die Prüfung, was wie erreicht bzw. warum etwas nicht erreicht wurde, bestätigt oder ermöglicht Korrekturen. 

• Evaluation braucht die Rückmeldung der SchülerInnen. Zunächst schriftlich und anonym, dann im Gespräch persönlich; damit steigen die Chancen für eine realitätsbezogene Weiterentwicklung.

Forschung und Entwicklung

Für das Gelingen einer CLIL-Praxis können systematische Schritte zur Forschung und Entwicklung von entscheidender Bedeutung sein: Eine zeit- und zielgerechte Qualitätssicherung, sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Unterrichts profitieren erfahrungsgemäß beträchtlich von Begleitforschung und setzen diese auch oft voraus. Im Idealfall erfolgen auch sämtliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des CLIL auf der Grundlage empirischer Forschungsergebnisse.

Im Teilbereich Forschung und Entwicklung können Sie sowohl bereits durchgeführte, als auch laufende und für die Zukunft geplante Forschungs- und Entwicklungsprojekte kennenlernen. Ferner können Sie sich darüber informieren, wie Sie und ggf. Ihre Institution selbst im Rahmen solcher Maßnahmen aktiv werden können.

Forschung

I Einführung

Qualitätssicherung und fundierte Neuentwicklungen sind im Bildungsbereich ohne Begleitforschung nicht denkbar. Als Forschungsobjekt stellt das integrierte Lernen von (Fremd-)Sprachen und Sachfachinhalten in seiner Mehrdimensionalität ein hochinteressantes Phänomen dar. Traditionell berücksichtigte Forschungsthemen in diesem Kontext sind u.a.:

• der Erwerb der Erstsprache bzw. die (Weiter-)Entwicklung der Erstsprachenkompetenz
• der Erwerb der jeweiligen Zielsprache
• der Erwerb der jeweils betroffenen Sachfachinhalte
• der Erwerb interkultureller Handlungskompetenzen
• das Lernen lernen bzw. der Erwerb und die Entwicklung von Lernstrategien
• die praktische Anwendung der erworbenen Kompetenz(en), d.h. der fachlichen, sprachlichen und kulturellen Kenntnisse und Fertigkeiten

Während die dem CLIL-Ansatz zugrunde liegenden Sprachimmersionsprogramme traditionell schon immer Gegenstand längerfristiger Begleitforschung gewesen sind, beginnt eine solche für den CLIL-Ansatz vor allem in anderen Zielsprachen als Englisch sich erst heute zu etablieren.

Mit der zunehmenden bildungspolitischen Berücksichtigung des CLIL als einem Bildungsansatz der Zukunft, sowie der Förderung der individuellen Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Handlungskompetenz in europäischer Schulbildung wächst die Anzahl der schulpraktischen Erprobungen und damit auch der Bedarf an systematischen begleitenden Forschungsmaßnahmen zu CLIL – in unterschiedlichen Zielsprachen.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

  • Informieren Sie sich über die Entstehung und den bisherigen forschungsgeschichtlichen Entwicklungsweg der Sprachimmersion und des CLIL-Ansatzes
  • Informieren Sie sich über mögliche Förderungsquellen für CLIL-Forschung u.a. bei den folgenden Instanzen:
    • Europäische bzw. internationale Ebene:
      • ERC: European Research Council
      • Europäische Kommission
    • Nationale Quellen (Beispiele)
      • Akademie von Finnland (Suomen Akatemia)
      • Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
      • Forskningsrådet Norwegen
      • Fundação para a Ciência e Tecnologia
  • Lernen Sie relevante Netzwerke zu CLIL- und Immersionsforschung sowie zu Deutsch als Fremdsprache kennen
  • Versuchen Sie einen möglichst breiten Überblick über bereits bestehende Forschungsziele, -projekte und -ergebnisse zu gewinnen und planen Sie Ihren Einstieg auf dieser Grundlage
  • Beziehen Sie die für Ihre Forschungsaufgabe zentralen Ziel- und Referenzgruppen möglichst frühzeitig in Ihr Projekt mit ein und gestalten Sie Ihr Projekt – wo immer möglich und zielgerecht – gemeinsam mit ihnen
  • Fokussieren Sie Ihre Forschungsaufgabe so konkret und präzise, dass sie für Sie selbst übersichtlich bleibt und jederzeit auch gegenüber breiteren Zielgruppen in verständlicher Form vorgestellt und erläutert werden kann
  • Zielen Sie auf eine möglichst transparente Durchführung der Forschungsaufgabe, eine regelmäßige Vorstellung Ihrer (auch vorläufigen) Ergebnisse und insgesamt auf eine „angemessene Popularisierung“ Ihres Projekts

Entwicklung

I Einführung

Von vielseitigen Praxiserfahrungen ausgehend und auf der Grundlage jeweils verfügbarer Forschungsergebnisse finden in Europa momentan zahlreiche unterschiedliche Entwicklungsmaßnahmen zu CLIL statt. Auf der internationalen Ebene handelt es sich dabei häufig um transnationale Kooperationsprojekte in den entsprechenden Entwicklungs- und Förderungsprogrammen der Europäischen Kommission oder des Europarates bzw. des Europäischen Fremdsprachenzentrums. Nationale und regionale Fördermaßnahmen finden wiederum zumeist Realisierung in Entwicklungsmaßnahmen und -programmen jeweiliger Bildungsministerien bzw. deren Exekutiven, kommunaler Bildungsinstanzen, sowie u.U. auch in Projekten einiger auf Entwicklung und Erforschung des CLIL-Ansatzes spezialisierter Universitäten.

Sprachspezifische Entwicklungsmaßnahmen zu CLIL werden in aller Regel von Institutionen getragen und koordiniert, die als eine ihrer Grundaufgaben mit der Förderung der jeweils betroffenen Sprache befasst bzw. beauftragt sind. Mit Blick auf den vorliegenden Beispielfall des Deutschen als Fremdsprache verfügen über solche Aufgaben und Funktionen z.B. das Goethe Institut und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen des Bundesverwaltungsamtes.

Kennzeichnend für spezifische nationale Entwicklungsprojekte ist, dass sie aus den jeweils besonderen Bedürfnissen in den einzelnen Ländern und Regionen hervorgehen und damit in ihrer Profilierung und Zielsetzung dem Gesamtbild der europäischen „CLIL-Landschaft“ und der dortigen Diversität und Vielfalt entsprechen. Erfahrungen aus den bisherigen Entwicklungsmaßnahmen zu CLIL zeigen, dass örtlich-regionale Entwicklungen neben einer sachgerechten Netzwerkbildung vor Ort auch von transnationalem Austausch im jeweils angemessenen Umfang signifikant profitieren können.

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über einige zentrale Entwicklungsprojekte zu CLIL z.B. anhand der folgenden Quellen:
    • CLIL und die Europäische Kommission
    • CLIL und das Europäische Fremdsprachenzentrum (EFSZ)
    • CLIL und Deutsch als Fremdsprache (z.B. Goethe-Institut)
  • Informieren Sie sich über europäische Förderungsprogramme für CLIL-Entwicklungsprojekte, z.B. bei den folgenden Instanzen:
    • Europäische Kommission
    • Europarat / Europäisches Fremdsprachenzentrum
    • Nordischer Ministerrat (z.B. Nordplus Horizontal)
  • Lernen Sie zentrale Institutionen und Netzwerke für die Entwicklungsarbeit des deutschsprachigen CLIL kennen:
    • Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Bundesverwaltungsamt: Unterrichtsentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit
    • Goethe Institut 
    • Deutsche Auslandsgesellschaft (DAG)
    • Deutsche Welle | Bildungsprogramme
  • Machen Sie sich vertraut mit internationalen Initiativen und Programmen zur Unterrichtsentwicklung und Zertifizierung mit besonderem Bezug auf CLIL, z.B.:
    • Das Blended Learning – Aus- und Fortbildungsprogramm „Schule im Wandel“
    • Deutsch Lehren Lernen (DLL) (Goethe Institut)
    • Das Exzellenzlabel für mehrsprachige und interkulturelle Kompetenzen „CertiLingua“

Kooperation

I Einführung

Parallel zur wachsenden Anzahl schulpraktischer Erprobungen und Pilotprojekte zu CLIL steigen auch die Bemühungen um eine systematische Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen verschiedenen an der Entwicklungsarbeit beteiligten Akteuren und Institutionen. Die Berücksichtigung des CLIL-Ansatzes in der europäischen Sprachenbildungspolitik hat es ermöglicht, auch im internationalen Rahmen umfassende, sowohl themen- bzw. themenbereichsübergreifende, als auch fachbezogene Kooperationsnetzwerke zum integrierten Sprachen- und Fachlernen einzurichten. Ähnliche Netzwerke und Kooperationsforen sind auch für einzelne Länder und Regionen vorhanden.

 
 
 
 

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

II Einige Tipps für den Start – So steigen Sie ein:

Informieren Sie sich über bereits vorhandene Netzwerke zu Sprachimmersion und CLIL in Ihrer Region bzw. Ihrem Land

• Verschaffen Sie sich einen Überblick über bestehende transnationale Kooperationsforen und -netzwerke zu den für Sie interessanten und relevanten Themenbereichen des integrierten Sprachen- und Fachlernens

• Informieren Sie sich über die Möglichkeiten, in bereits bestehenden Strukturen und Netzwerken mitzuwirken, diese zu fördern, zu unterstützen und weiterzuentwickeln

Signalisieren Sie Ihr Interesse an Zusammenarbeit z.B. in Forschungs- und Entwicklungsprojekten über verschiedene Wege, u.a. Mailing-Listen, Kooperationsforen, Mitteilungen, Veröffentlichungen, etc.

• Nehmen Sie je nach Möglichkeit aktiv an Veranstaltungen teil, die von Kooperationsnetzwerken organisiert werden oder aber auf Einrichtung, Aufbau und Entwicklung derselben abzielen

Kontakt

Haben Sie Fragen zum Projekt CLIL-LOTE-START? Wollen Sie sich näher über das Projekt und andere ähnliche Aktivitäten informieren, oder planen Sie evtl. selbst an Ihrer Einrichtung CLIL-Angebote bzw. Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen zu CLIL einzuführen? Setzen Sie sich einfach hier mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie gerne!

crealang. research & innovation

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